
Hefe ist aus einem Haushalt, in dem viel gebacken wird, nicht wegzudenken. Fluffige Brötchen, kernige Brote, leckerer Pizzateig und tolle Kuchen – sie alle benötigen Hefe, um perfekt zu gelingen. Wenn du mal keine Hefe im Haus hast und trotzdem backen möchtest, kannst du dir aber auch selbst Hefe mixen. Du benötigst dazu nur 3 Zutaten: Bier, Mehl und Zucker. Wie das genau funktioniert und welches Backergebnis wir damit erzielt haben, verrate ich dir in diesem Beitrag.
Für 1 Portion für 500 g Mehl
Nährwerte pro Portion: 165 KCAL | 1.5 G E | 0.1 G F | 32.5 G KH

Eine weitere Möglichkeit, Hefe zu ersetzen, ist selbstangesetztes Hefewasser. Hierfür gibst du
in eine Flasche und schüttelst diese gut durch. Die Flasche stellst du an einen warmen Ort (ca. 25 °C) und lässt die Flüssigkeit 8 Tage lang gehen. Einmal am Tag schüttelst du das Ganze und öffnest die Flasche, um Gase entweichen zu lassen. Danach verwendest du auch je 100 g der wilden Hefe zum Backen.
Wichtig: Wenn du die Flüssighefe nutzt, gibst du ja rund 100 ml Flüssigkeit extra zu deinem Teig. Reduziere also die Flüssigkeitsmenge des Ursprungs-Rezeptes um genau diese Menge, sonst wird der Teig leicht zu klebrig. Egal, welche Hefe du selbst ansetzt, sie hat nicht die gleiche Triebkraft, wie gekaufte Hefe. Gib deinem Teig also auf jeden Fall mehr Zeit!
Ich habe die Bierhefe während der Gehzeit immer mal wieder beobachtet, um evt. Veränderungen festzustellen. Abgesehen davon, dass sich das Mehl abgesetzt hat, gab es aber keine wesentlichen Änderungen. Keine Blasenbildung o. ä.. Etwa 16 Stunden nach dem Ansetzen habe ich sie dann verarbeitet und einfach wie frische Hefe eingesetzt.

Ich entschied mich für den Teig dieser Brötchen und nahm ihn als Grundlage für eine Art Pide, also Teigschiffchen mit unterschiedlichem Belag, und ein kleines Ciabatta.
Anhand dieses Teiges kann ich sagen: Es funktioniert tatsächlich! Der Teig ist nicht so aufgegangen, wie er es bei einem ganzen Würfel getan hätte. Nach ca. 1 Stunde Gehzeit, habe ich ihn aber gut verarbeiten können. Er war sehr geschmeidig und schlug auch kleine Bläschen. Insgesamt war er recht schwer und klebrig, das ist beim Ausgangsrezept aber auch nicht anders. Zum Verarbeiten habe ich deshalb großzügig Mehl verwendet.
Geschmacklich waren sowohl die Pide als auch das Ciabatta absolut lecker. Von meiner Seite also eine klare Empfehlung. Wenn du kein Bier verwenden möchtest, kannst du auch Hefewasser mit einer Dattel ansetzen, wie oben beschrieben. Weitere Details dazu hat u. a. Sally auf ihrem Blog.
Beim zweiten Test der Flüssighefe, habe ich einen Pizzateig angesetzt. Er ist bei weitem nicht so stark aufgegangen wie dies sonst der Fall war, ließ sich aber gut verarbeiten und schmeckte meiner ganzen Familie ganz hervorragend. Als der Käse perfekt gebräunt war, war der Teig noch recht hell, aber lecker. Hier ein Fotobeweis.
